+Empfang

Im Aachener Stadtgebiet:
Antenne:  99,1 MHz
Kabel: 95,35 MHz
Im Internet:
Web-Stream:
DSL | Modem | OGG

+Chico-Band-Contest

Nächstes Konzert:

27.08.2010 Tideline

+Mitmachen

Du möchtest zum Radio?

Dann mach mit!

+Sponsoren

RWTH Aachen
StudRWTH
Sparkasse Aachen
Studentenwerk Aachen
Unitymedia
Institut für Regelungstechnik
NetCologne
Studierendenparlament FH Aachen
Kármán

 AcHsO

+StudioCam

WebCam

+Deine Meinung...

+Platte der Woche

earl greyhound.jpg

Suspicious Package
Earl Greyhound

+Die TOP3

  1. Daniel Benjamin - The Face of Death
  2. Danger Mouse and Sparklehorse feat. Julian Casablancas - Little Girl
  3. Matthew Dear - Little People (Black City)
Abstimmen...

+Kontakt

Hochschulradio Aachen e.V.
Wüllnerstraße 5
52056 Aachen

Telefon: 0241/80-93751
Telefax: 0241/80-92751

Email: Redaktion
Email: Studio

Follow on Twitter

+Benutzeranmeldung

+Playlist

 
 Lade Playlist…

+Aktuelles Programm

Was vom Jahre übrig blieb

Peter Merk , 18. Dezember 2007 - 11:36

Veröffentlicht am:
18.12.2007
modestmouse.jpg

Zum Jahresende ein paar Empfehlungen aus der Musikredaktion. Was vom Jahre übrig blieb bzw. Platten die es nie bis zur Platte der Woche geschafft haben, obwohl sie es durchaus verdient hätten.

 

The Bishops: »The Bishops«

The Bishops CoverDie Zwillingsbrüder Mike und Pete sind nicht etwa streng gläubig und missionarisch unterwegs, nein, sie teilen neben ihrem Nachnahmen „Bishop“ auch die Liebe zur Musik der 60er Jahre. Da lag es auf der Hand, zusammen mit ihrem Kumpel Chris aus der Stammkneipe eine dreiköpfige Band zu gründen, die erstklassigen Sixties-Sound fabriziert.

Das Trio nahm ihr Album stilgerecht im Toe-Recording Studio auf, welches ausschließlich Equipment aus den Jahren vor 1963 benutzt, und so ist es nicht weiter verwunderlich, was Liam Watson (White Stripes, Billy Childish, The Kills) aus den Aufnahmen gemacht hat.

Mit Stücken wie „The only place that I can look is down“ oder „So high” erschaffen The Bishops eine glaubwürdige Reinkarnation des Sounds der Beatles. Das Schlagzeug gibt konsequent inklusive Tamburin den 60s-Beat vor, die Gitarre und der Bass gießen das Fundament und der abwechselnde Gesang der beiden Brüder besiegelt den Ohrwurm.

The Bishops sollten nicht als billiger Abklatsch der Beatles abgetan werden, sie sollten vielmehr mit ihren eingängigen Popsongs Bands wie Mando Diao Paroli bieten. Und das werden sie in Zukunft auch tun, die Brüder sind ja gerade mal 20 Jahre alt.

Text: Arne Gülzau

 Anspieltipps:

  • The Only Place I Can Look Is Down
  • So High
  • Will You Ever Come Back Again?
  • House In The Desert

 

Deadbeat: »Journeyman's Annual«

2007 war auch das Jahr des Dubs. Dubstep hat seinen Weg gefunden und ist letztlich in allen Ohren angekommen. Das größte Comeback in der elektronischen Musik feierte der Dubtechno, den Künstler rund um Rod Modell auf Labels wie Modern Love oder Echospace [Detroit] in starker Anlehnung an die alten Basic-Channel-Heroen wiederbelebten. Und der Dub selber wurde von dem Kanadier und part-time-Berliner Scott Monteith, so der bürgerliche Name von Deadbeat, mit einer deftigen Portion Bang! ausgestattet und elektrifiziert.

Auf dem Schirm haben konnte man Deadbeat schon lange. Seine bisherigen Alben »«Wild Life Documentaries« (2002), »Something Borrowed, Something Blue« (2004) und »New World Observer« (2005), allesamt auf Stefan Betkes Berliner ~scape-Label erschienen, ernteten viel Beifall. »Journeyman's Annual« geht aber ein gehöriges Stück weiter, löst sich von den bislang immer stark zu spürenden Minimaltechno-Einflüßen, versammelt Gastsänger und ist so näher am traditionellen Dub als Deadbeats ältere Aufnahmen. Gleichzeitig aber ist das alles so verdammt fantastisch produziert, dass nichts mehr an alte verrauschte Aufnahmen aus irgendwelchen jamaikanischen Bretterschuppen erinnert. »Journeyman's Annual« ist – und das mag durchaus ein Überbleibsel der Minimaltechno-Einflüsse sein — durchzogen von einem absolut klaren Soundbild mit Bässen, die im Magen grummeln wie Omas Bohnensuppe. Und so gut schmecken sie auch.

Im übrigen war Deadbeats Auftritt im Kölner Studio 672 mein Konzert-/Set-Erlebnis des Jahres und verbunden mit sehr viel Schweiß und noch mehr glücklichen Gesichtern. Alleine das müsste doch schon reichen.

Text: Alexander Vieß

 

Kate Nash: »Made of Bricks«

Die „neue Lily Allen“, das ist das Image welches Kate Nash hartnäckig angekreidet wird. Freilich gibt es schlechtere Vergleiche die man an der Stelle ziehen kann (Beide kommen aus London, sind Anfang 20, machen Popmusik, haben ihre Fans aber mehr im Indie-Lager denn im Mainstream), aber dennoch wird es dem grandiosen Debutalbum nicht gerecht. Made of Bricks ist wundervolle Popindiesongwritermusik: herzlich, unmittelbar und genau dann explizit, wenn es sein muss. Mit ihrem breiten Cockney-Akzent singt sie darauf "dickhead", reimt sie "bitter" auf "fitter".In manchen Momenten treibt sie es auf die Spitze, dehnt eine Silbe, ein Wort genau die halbe Sekunde länger, die es für ein Augenzwinkern braucht. Funkelnd und fröhlich war es eines der Pop-Platten des Spätsommers dieses Jahr mit einer der besten Singles des Jahres („Foundations“ - Eine astreine Popnummer über Streitigkeiten an den Grundlagen einer eingeschlafenen Beziehung, Aufbruch und Trennung). Der Track sorgte auch in Melodien für Melaten für Furore dank Ohrwurmgarantie. Da hat das Label Fiction Records (bei denen u.A. die Maccabees, Snow Patrol und die Yeah Yeah Yeahs unter Vertrag sind) definitiv ein Juwel entdeckt, von dem man sich wünschen kann, dass sie nicht abdriftet wie manch andere Winehouse und uns lieber wieder so schöne Popalben liefert in den nächsten Jahren. Man kann gespannt sein, vielleicht macht sie mal was mit einer guten Freundin zusammen, zum Beispiel Laura a.k.a. Lily Allen...

Text: Elmer Otto

Anspieltipps:

  • Mouthwash
  • Pumpkin Soup
  • Merry Happy
  • Nicest Thing

 

J Dilla: »Ruff Draft«  [Stones Throw STH 21539]

Als am 10.02.2006 die Nachricht von J Dillas Tod um die Welt ging, war die HipHop-Welt geschockt, hatte sie doch mit J Dilla aka Jay Dee einen ihrer innovativsten, souligsten und meistgeschätzen Produzenten verloren.

Angefangen hat Dilla mit ersten Produktionen für so nahmhafte West Coast-HipHop-Crews wie The Pharcyde oder so berühmte East Coast-Formationen wie A Tribe Called Quest, zu denen Dilla über die Produzentenvereinigung The Ummah ein enges Verhältnis hatte. Festes Mitglied war Dilla, damals noch als Jay Dee bekannt, bei der Formation Slum Village, die er 2000 verließ, um 2001 sein Solodebüt "Welcome 2 Detroit" zu veröffentlichen und im selben Jahr den Meilenstein "Like Water for Chocolate" von Common zu produzieren. In dieser Zeit fing Dilla auch an, intensiven Kontakt zum Label Stones Throw zu knüpfen. Vor allem mit Produzent Madlib erweiterte sich sein Sound um härtere Beats. Diese Entwicklung ist dem Album Titel "Ruff Draft" geschuldet, welches posthum im Februar 2007 über Stones Throw veröffentlicht wurde.

Wenn man das Album hört, fallen drei Dinge besonders auf, die dieses Album zu einem der Besten des Jahres machen. Erstens ist die Produktion perfekt, von diesem Aspekt setzt das Album unglaublich hohe Maßstäbe. Zweitens sind die Beats erfrischend abwechslungsreich, vom nach vorne gehenden "The $" bis hin zu entspannten Grooves bei "Crushin'". Drittens sind auch die Raps, die größtenteils von Dilla selbst stammen, sehr gut, hier ist der Mann mit der Zeit auch gewachsen.

Alles in allem also eines der Alben des Jahres, man darf traurig sein, denn von J Dilla hätte man noch viel erwarten können. Stillstand jedenfalls nicht.

Text:  Philipp Trotter

Anspieltipps:

  • the $
  • Chrushin
  • Take Notice (feat Guilty Simpson)

 

DJ Vadim: »The Sondcatcher«  [BBE BBELP 080]

DJ Vadim ist zweifelsfrei ein Mann mit vielen Gesichtern. Geboren wurde er in St. Petersburg, Russland, aufgewachsen ist er in London, leben tut er derzeit in New York. Diese unterschiedlichen Einflüsse spiegelt auch seine musikalische Laufbahn wieder. Zuallererst unterhält er eine ungemeine Vielzahl von Projekten, zum Beispiel ist er Produzent der spanischen HipHop-Crew 7 Notas 7 Colores, arbeitet zusammen mit HipHop-Größen wie Dilated Peoples oder The Pharcyde, aber auch mit Kraftwerk, Ed Rush, Morcheeba und Paul Weller. Seine zwei Hauptprojekte sind jedoch zum einen die Gruppe Oneself, die er unter anderem mit seiner Frau, MC Yara Bravo, betreibt und auf Ninja Tunes veröffentlicht. Zum anderen ist natürlich seine Solokarriere zu nennen, der das vorliegende Album "The Soundcatcher" gechuldet ist, welches Ende März über BBE veröffentlicht wurde.

Das Album ist ebenso wie sein bisheriges Dasein geprägt von zahlreichen Einflüssen. Mal ist experimenteller HipHop zu hören (The Soundcatcher feat. Abstract Rude), mal überwiegen Reggae und Dub-Einflüsse (Fear Feats feat. Emo and Syrus), dann wird gekonnt das Soulgenre bedient (Talk to me feat Sena). Vadims Produktionen sind durchsetzt mit vielen Soundspielereien, vielen eingeworfenen Samples und selbst eingespielten Gitarren, was dem Sound insgesamt sehr interessante und vielfältige Noten gibt. Abwechslungsreich, innovativ, sehr gut.

 Text: Philipp Trotter

Anspieltipps:

  • The Soundcatcher feat Abstract Rude
  • Fear feats feat Emo and Syrus
  • Talk to me (feat Sena)
  • Watch that Sound (feat Emo)

 

Me & You: »Floating Heavy«  [Tru Thoughts]

Schwer wie eine Horde Elefanten kommen die Beats auf dem Debutalbum "Floating Heavy" daher. Hier begegnet man Breakbeat, Dub, Reggae, Soul, Calypso, Drum ´n Bass, Bollywood, Latin, Acid House, Dubstep usw. auf einer Reise durch diverse Musikgenres. Hinter ME & You stehen TM Juke und Robert Luis, die dieses Album eher zufällig entstehen ließen, da sie eigentlich nur geplant hatten, gemeinsam Songs für ihre DJ-Sets zu produzieren. Aufgrund der überwältigenden Publikumsreaktion auf diese Songs entschieden sie sich, gemeinsam ein Album bei Tru Thoughts zu veröffentlichen, was wahrscheinlich auch die bunte Stimischung erklärt. Dabei gehen sie neue Wege und kombinieren beispielsweise Calypso mit Drum´n Bass in dem Song "Last Night". Das macht Spaß und klingt frisch. Musik für die Ohren, Bässe für den Magen und Groove für die Beine.

Text: René Fassbender

 

Prinzhorn Dance School: »Prinzhorn Dance School« [DFA Records / EMI]

Tobin Prinz und Suzi Horn, zusammen Prinzhorn, heißen die beiden Musiker der englischen Band Prinzhorn Dance School nach eigener Legende – gleich dem nicht unkontroversen Psychiater Hans Prinzhorn, der 1922 mit der Publikation künstlerischer Werke Geisteskranker das Genre der Art Brut oder Outsider Art mitbegründete.

In den Texten der Band geht es dann auch zumeist um absurd assoziative Gedankenspiele rund um alltägliche Anschauungen, die mitunter eine manische Note annehmen. “Do You Know Your Butcher?” fragt besorgniserregend selbiger Song, während der Refrain von “Hamworthy Sports & Leisure Centre” lapidar anerkennt: “Hamworthy Sports & Leisure Centre is a sports and leisure centre”. Auffälliger noch sind jedoch die ebenso kargen Arrangements, die nach mehrmaligem Hören regelrecht einladen zu einer statistischen Erfassung. So folgt dem Vers “Do you know your butcher?” beispielsweise dreimal eine vollständige Pause von zweieinhalb bis fünf Sekunden. “No Books” besteht neben gelegentlichen Gesangs- und Gitarrenpassagen durchgehend aus jeweils einer Sekunde Klang und zwei Sekunden Stille. Und ohnehin kommen die meisten Stücke des Albums völlig ohne Akkorde aus.

Dennoch formen Bass, Gitarre und teils zweistimmiger Gesang neben prägnanten Riffs auch zahlreiche harmonische Passagen. Zusammen mit dem dichten Songwriting, das die Leerstellen zu Teilen der Musik macht, ergibt sich ein sehr kantiges, aber doch homogenes und sinnvolles Gesamtbild. Dass die Texte dabei oft scharf an der Banalität vorbeischrammen, tut dem konzeptionellen Erfolg kaum einen Abbruch.

Text: René Finken

Anspieltipps:

  • No Books
  • Crackerjack Docker
  • Spaceman in Your Garden

  

Flying Lotus: »Reset« [Warp]

Flying Lotus ist ein junger Produzent Anfang 20, der zum ersten mal Anfang 2006 auf der The Sound Of L.A. Compilation in Erscheinung trat, für die Carlos Nino junge Produzenten aus dem Raum Los Angeles suchte, die neben alten Bekannten wie z.B. Cut Chemist die Compilation bestücken durften. Ein halbes Jahr später war dann auch schon das erste Album auf dem  angesagten und experimentierfreudigen Electronica Label Plug Research draußen. Von Plug Research ist es dann ja auch nicht mehr weit bis zum englischen Mutterlabel Warp. Womit wir dann (endlich) beim Thema wären.

Reset ist eine 6 Stück starke EP, die wenn man den Presseberichten Glauben schenken darf der Vorbote zum Album im kommenden Jahr ist. Als ich den Opener Tea Leaf Dancer zum ersten Mal hörte, dachte ich erst mir wäre eine fehlerhafte CD zugeschickt worden. Unnatürliche Schwankungen in der Bassline, darüber die fast hypnotische Stimme von Andreya Triana, insgesamt ein fast schon surreales Erlebnis. Sicherlich der absolute Höhepunkt des Tonträgers. Die restlichen 5 Stücke kommen ohne Gesang aus, was sie aber nicht weniger interessant macht. Flying Lotus schafft es spielerisch  die Atmosphäre, die Tea Leaf Dancer am Anfang vermittelt, zu halten. Auf der B-Seite steht ein  eher schlampig produziertes und vom Knacken einer Rille gezeichnetes Spicy Sammich einem glasklaren und sehr geradlinigen Dance Floor Stalker gegenüber. Beide Stücke nehmen den Hörer gleichermaßen gefangen.

Reset ist ein eigenständiges Werk eines jungen und ambitionierten Künstlers das die Grenzen von instrumentalem Hiphop ein kleines bißchen in (mir) noch unbekannte Richtungen verschiebt. Ich bin mir sicher wir werden 2008 noch einiges von Flying Lotus im Hochschulradio hören.    

Text: Peter Merk            

 Anspieltipps:

  • Tea Leaf Dancer
  • Spicy Sammich

 

Tocotronic: »Kapitulation« [Vertigo Be]

„Wenn Du denkst‚ Fuck it all, wie soll es weitergehen?’ – Kapitulation!“

Die Herren von Tocotronic liefern in ihrem Aufmacher-Song „Kapitulation“ die Exitstrategie für alle, bei denen es gerade klemmt, in welcher Hinsicht oder Situation auch immer. Die letzten Jahre in Deutschland waren aber auch schwer; schlechtes Wetter, Rezession bis hin zur Stagnation, Arbeitslosigkeitsrekorde und politische Pirouetten schlagen sich genauso auf die Tierwelt wie auch auf unser Gemüt nieder. Die miese Laune und Mißerfolge durchsetzen unser Leben und jede Anstrengung, dagegen anzuarbeiten, ufert in unüberschaubare Ausmaße aus. Warum also nicht einfach los- und laufenlassen à la scheiss drauf?! Diese Methodik legen uns Tocotronic auf ihre spezielle Art und Weise nahe, ohne Garantie auf irgendeinen Erfolg.

Mit der Musik auf ihrem aktuellen Album schaffen sie die nötige Stimmung dazu. Sie pendelt zwischen leichter Agression und gedämpfter Depression. Dabei bleibt Tocotronic seiner langjährigen Linie treu, setzt sie dabei aber fort und verfällt nicht in eine Selbstkopie wie es anderen Musikern zu gerne mal passiert. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen, dass ich ihnen zu „Kapitulation“ den Preis für das beste Tocotronic-Album daraus hinterherwerfen kann. Das ist auch der Grund, warum es auf jeden Fall mindestens einmal mit Aufmerksamkeit bedacht werden sollte, am besten in Kombination mit einem Lauschangriff. „Warum wurde die Scheibe nicht zu ihrem Veröffentlichungs-Termin von uns als Platte der Woche veredelt?“, könnte einem nun durch den Kopf gehen. Zurecht! Es liegt wahrscheinlich daran, dass Tocotronic trotz eines großen Schritts nach vorne nicht genügend Ausgefallenheit erschaffen konnten. Es bleibt bei dem von Gitarren geprägten Pop-Rock nach guter Hamburger Manier. Richtig mitreissen, wie es sich für eine Platte der Woche gehört, vermag die Komposition  zwar nicht, aber sie macht Laune beim Hören, erhascht nach einiger Zeit öfter mal einen Schmunzler und brandzeichnet ihre Hörer.

 „Das Nutzlose wird siegen – das  Nutzlose bleibt liegen!“ (Mein Ruin)

 Text: Jan Riepe

 Anspieltipps:

  • Kapitulation
  • Mein Ruin

 

Modest Mouse: »We Were Dead Before The Ship Even Sank« [Red Ink]

Es ist mir ein Rätsel, wie es dieses Album geschafft hat, sich um unsere Ernennung zur Platte der Woche herumzudrücken. Die Musikredaktion des Hochschulradios Aachen muss im fraglichen Zeitraum der Veröffentlichung in einem komatiösen Zustand verharrt haben. Denn Modest Mouse verabreichen mit „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ eine hoch dosierte Mischung aus ausgeklügelten, simplen Melodien und druckvollen Doppelschlagzeug-Bass-Kombinationen, die aber nicht aufdringlich sind. Das geht eigentlich an niemandem spurlos vorbei. Kennt man nur die Singleauskopplung „Dashboard“ kann man sich keine Vorstellung davon machen, wie facettenreich und dynamisch diese Zusammenstellung an Gitarrenrock-Stücken ist. Das Geheimnis der Gelungenheit offenbart sich meinem Gehör in der feinen Verschachtelung der Titelstrukturen und der Aufschichtung der Instrumente auf verschiedenen Ebenen, was auch eine Hörfreude-Garantie bei wiederholtem Durchlauf darstellt - es gibt noch lange Zeit etliche Details zu entdecken. Auf der höchsten Ebene bläst der sehr oft am Rand zum Schreien arbeitende Gesang des Sängers Isaac Brock Wind in die Segel des Albums. Modest Mouse ermöglichen es hier, mit ihnen an der einen Stelle mal tief in Gedanken abzutauchen, aber auch an der anderen Ecke völlig ausgelassen auf dem Sonnendeck zu tanzen. Wer will, kann sich mitreissen lassen, was ich ja sehr schätze. Oder am Anfang von „Fly Trapped In A Jar“ die gelungene musikalische Interpreation einer im Glas gefangenen Fliege zu Gemüte führen. Wer auf kalte Rückenschauer steht, sollte sich den Einsatz der Trompete zur Halbzeit von „Spitting Venom“ nicht entgehen lassen. Der Effekt kann allerdings nur funktionieren, wenn sich der komplette Anfang des Achteinhalbminüters zuvor voll entfalten durfte.

Was soll ich sagen, wir haben vielleicht das Boot verpasst, aber „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ ist trotzdem eine meiner persönlichen Platten der Woche!

Text: Jan Riepe 

Anspielttipps:

  • Education
  • Spitting Venom

 

Label:
-
Kalenderwoche:
2007/52
Artist:
Diverse Interpreten
Tracks:

Der Übersichtlichkeit halber dieses Mal keine Playlisten.

Inhalt abgleichen