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Manche Künstler sind ein wenig bescheiden beim anpreisen ihrer "Produkte".
Auf der Rückseite der Debüt CD von Kristian Gropper a.k.a. Get Well Soon
steht klein eine verschämte Garantieerklärung des Künstlers: "I tried my
very best to make this music loveable." Dabei ist so viel Bescheidenheit gar
nicht von Nöten: Die Musikkritiker loben durch die Bank weg dieses
Meisterwerk. Der Multiinstrumentalist greift tief in die musikkalische
Trickkiste: Mädchen-Chöre treffen auf Wild West Feeling, die sich mit
wehmütigen Rocknummern paaren. Oben drauf gibt es noch eine Coverversion von
Underworlds "Born Slippy", die besser ist als das Original (bescheiden
gesagt). Musikalisches Fundament in Groppers Kosmos sind Bright Eyes, Arcade
Fire, Divine Comedy oder Radiohead, dabei ist "Rest Now." weit davon
entfernt, eine resignative Platte zu sein. Gropper, Sohn eines Musiklehrers
und in einem beschaulichen Kaff in Oberschwaben aufgewachsen, hat seine
Kindheit und die klassische Musikausbildung nicht vergessen: "Rest Now." ist
opulent orchestriert und besticht durch ausgefeiltes Songwriting. Vielleicht
hat dem Neu-Berliner sein Studium an der Popakademie Mannheim doch ein wenig
geholfen, auf das Gropper mit gemischten Gefühlen zurückblickt und das von
seiner Plattenfirma City Slang schlichtweg verschwiegen wird, wohl wissend,
dass ein studierter Popmusiker alles andere als hip ist. Die ausgeklügelte
Produktion und die Fülle an instrumentalen Gimmicks, für deren
Live-Umsetzung eine siebenköpfige Band nötig ist, lassen es unglaublich
erscheinen, dass das komplette Album als klassisches Homerecording nur unter
Mithilfe seiner geigenden und singenden Schwester und seines trompetenden
Cousins im Laufe des letzten vier Jahre entstanden sein soll, wie der
Pressetext behauptet. Bescheiden halt.
Text: Elmer Otto