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Die Leichtigkeit, die ein For Halloween versprüht, dieses Federnde und Unbekümmerte. Die tollenden Hornbläser und der dialogische Gesang in Neighbour’s Partys. Die Hollywood-Streicher in The Puddle und die fliegende Schwere eines You Look Good To Me. Oder auch die Samba-Ausflüge und Handclaps von Old Iron Gate: »Come Into My House« hat genügend Ideen für drei Alben. Mindestens. Ein Bekannter von mir schrieb letztens zu dem neuen Album: »No Kids sind toll. Die klingen wie Musikstudenten, die sich mit Brummkreiseln und Orff-Instrumenten den Tag versüßen.« Und damit bringt er gleich zwei nur vordergründig unvereinbare Dinge zusammen, die dieses Album bestimmen: Die Leichtigkeit und der unbedingte Wille zum großgeschriebenen POP hier und die komplexe, durchdachte Art wie die No Kids mit Melodien, Rhytmen und Instrumentierung umgehen dort.
Tatsächlich könnte das nämlich zunächst wirklich abschrecken: Hier hat sich ein Trio bestehend aus Julia Chirka, Justin Kellam und Nick Krgovich dran gegeben, einem Popentwurf Leben einzuhauchen, der passé schien. Die klassiche Orchestrierung – nix Computer, alles mit etlichen Gastmusikern eingespielt – und der Chor- und Falsettgesang, das alles erinnert tatsächlich an eine Mischung aus Broadway, Old Hollywood und den Beach Boys minus Surfklischees. Nimmt man noch Alex Katz’ Popart-Gemälde von 1964 auf dem Cover hinzu sind die Koordinaten auch schon abgesteckt und doch nichts über das Album gesagt. Ja, »Come Into My House« atmet Geschichte, aber die Last dieser Geschichte, oder besser: dieser Historie, ist gebrochen durch die unglaubliche Leichtigkeit, mit der die Töne aus diesem Album sprudeln. Den No Kids haftet etwas Kindliches an, ohne dass ihre Musik kindisch wäre. Vielmehr scheinen sie sich das Spiel als höchste Ausdrucksform und Prinzip ihrer Musik bewahrt zu haben. Ein Spiel, das zwischen durchdachtem Experiment und unbekümmertem Einfach-drauf-los sein Ziel findet und uns dabei derart charmant an die Hand nimmt, dass wir gar nicht anders können als hellauf begeistert mitzuspielen.
Text: Alexander Vieß
Titelliste (mit Anspieltipps):