Bach in Space. Der Name klingt simpel. Das Konzept ist es im Grunde auch. Organisiert von Alegria Concerts und Münchenmusik verwandelte sich das Eurogress in Aachen am 3ten Januar 2026 für etwas über eine Stunde in eine Sternwarte. Auf einem großem Monitor wurden Aufnahmen des Weltalls präsentiert, die von der NASA und der ESA bereitgestellt wurden. Begleitet wurden die Aufnahmen von einem Solo Konzert der Pianistin Mona Asuka, die eine Auswahl an Stücken von Johann Sebastian Bach spielte. Ich bin dabei gewesen und werde nun meine Eindrücke schildern.
Das Weltall übt eine ganz eigene Faszination aus. Bei mir fing es schon im Kindesalter an. Wie gebannt schaute ich Bilder von Sternen, Nebeln und Galaxien an, ohne zu wissen, was genau ich da eigentlich betrachte. Die reine Ästhetik war genug, um mich stundenlang zu fesseln. Es hatte definitiv etwas Meditatives. Dieses Meditative teilt sich das Weltall mit der Musik und dem Akt des Musizierens. Die Verbindung dieser beiden Sphären gelang Bach in Space hervorragend, wie ich finde. Während der Vorstellung verlor ich jegliches Zeitgefühl. Es ging zeitweise vom Meditativen fast in das Hypnotische über.
Hervorzuheben ist definitiv die grandiose Leistung der Solo-Pianistin Mona Asuka, die den Stücken von Bach mit ihrer leidenschaftlichen Performance neues Leben eingehaucht hat. An einigen Stellen war sie fast im Begriff, den Aufnahmen die Show zu stehlen. Ich habe mich jedenfalls mehrere Male dabei erwischt, wie ich minutenlang ihre Hände auf der Klaviatur beobachtet habe, anstatt meine Augen auf den Großbildschirm zu richten.
Kommen wir zu den Aufnahmen. Viele verbinden das Weltall mit Ehrfurcht. Dieses Gefühl transportierten die ausgewählten Aufnahmen von „Bach in Space“ hervorragend. Die gemeinsame Erfahrung, diese unvorstellbar großen und weit entfernten Gebilde sehen zu können, gibt einem zu verstehen, wie klein unsere Welt im Vergleich zu der da draußen eigentlich ist.
Leider wirkten einige der Aufnahmen qualitativ hochwertiger als andere. Bei einigen Aufnahmen zum Anfang der Vorstellung, war ich mir nicht sicher, ob sie nicht mit dem Computer animiert worden sind. Wie bereits erwähnt, fand ich jedoch den Großteil der Aufnahmen sehr gut kuratiert.
Vor allem die Namen der gezeigten Formationen bewegten mich und auch meine umliegenden Mitmenschen immer wieder zum schmunzeln. Überlasst es der Kreativität von Menschen, in einem unvorstellbar großen Haufen von Gas, Gesteinsbrocken und Licht ein Pinguin zu erkennen. Das bildet für mich auch die Schlusspointe der gesamten Aufführung. Wir sind vielleicht Winzlinge in einer Welt von Titanen. Wir haben vielleicht wenig Einfluss auf die Bewegungen, die unser Universum vollzieht. Aber wir sind vielleicht auch die einzigen, die es wirklich erleben. Und möglicherweise ist das der Sinn des Ganzen.
Alles in allem kann ich eine Empfehlung für Bach in Space aussprechen, sollte es wieder nach Aachen kommen. Bis dahin lohnt es sich aber vermutlich auch, den restlichen Katalog von Alegria auszukundschaften.
Rezension von Lars Meißner 13.01.25
